
PS Raumwandlerisch und andere Geschicke
Flugraum mit Griechen
Ich begab mich erneut in das Reich meiner geliebten Flugräume, die ich schon länger nicht mehr besucht hatte. Ich liebte diese Räume, in denen ich mich aus eigener Kraft in die Luft emporhob und flog. Einfach so, beinah wie ein Vogel, ohne allzu große Mühe.
Ich flog dieses Mal über Straßen und Menschen hinweg, die ich nicht erkannte, insgeheim aber vermutete, dass sich Gestalten unter mir bewegten und irgendwelchen Tätigkeiten nachgingen. Ich bemühte mich elegant und akrobatisch, mit langgestreckten Armen, wie man dies von einem bekannten Comic-Helden kennt, über ihre Köpfe zu sausen, ohne sie dabei zu erschrecken. Ich flog trotzdem deutlich dem Asphalt oder was immer es zu sein schien, nah genug, dass sie mich dabei beobachteten und mich dafür bewunderten. Sie zeigten erkennbar mit Fingern auf mich und gaben unkenntliche Laute des Staunens, der Verzückung ebenso Gebärden der Ungläubigkeit von sich, denn es passierte nicht alle Tage, dass jemand so unmittelbar über ihre Häupter durch die Luft düste. Zuweilen flog ich an die Personen und den Autos auf den Straßen so auffallend dicht heran, dass ich mich enorm angestrengt und zweifelsohne veranlasst sah, schnell wieder an Höhe zu gewinnen. Das war jedes Mal ein mutiger Balance-Akt: Flog ich zu flach am Boden entlang, verlor ich beachtlich an Schub, um leichten Körpers spielerisch emporzusteigen. Schwebte ich zu weit oben am Himmel, erkannte ich nicht, was sich unter mir abspielte und würde unter Umständen tief fallen. Trotz der Risiken, die das ‚Fliegen‘ mit sich brachte, entfaltete sich in mir jedes Mal ein erhebendes und wohltuendes Gefühl, durch die Lüfte zu segeln und mich dabei frei wie ein Vogel zu fühlen. Ich hatte keineswegs Angst, mich in große Höhen zu wagen, um mich dann waghalsig in tiefe Täler und Schluchten zu stürzen. Denn ich wusste genau, dass ich über alles unter mir hinwegfegen und mich dabei elegant wie ein Segelgleiter in der Luft halten würde – es war ein Privileg, das ich überschwänglich genoss.
Die Gewissheit, dass ich zu fliegen vermag, steht in diesen, meiner Ansicht nach ‚Räumen der Seelenwanderung‘ als Gegebenheit fest. Und ich freue mich jedes Mal, wenn es wieder so weit ist, dass ich durch den Himmelsraum gleite. Dennoch gestaltet sich die ‚Fliegerei‘ nicht grundsätzlich so unkompliziert, wie man annehmen würde. Denn ich mühe mich immer wieder aufs Neue mit meinen Armen wie brustschwimmend und übertrieben ab, nicht nur an Auftrieb nicht zu verlieren, sondern sichere mich auch in strampelnder Manier unentwegt ab, nicht auf den Boden zu fallen. Ich weiß zwar, dass ich kein Vogel oder Flugwesen bin, dennoch vermag ich zu fliegen, durchaus wie ein entschlossener, begabter und mutiger junger Anfänger, der allmählich lernt, seine Flugkünste mit jedem Versuch besser in den Griff zu bekommen. Manchmal gelingen mir sogar kleine akrobatische Flugeinlagen wie einem langsamen im hohen Bogen nach hinten langgestreckt ausgeführtem Salto.
Einmal sauste ich zu dicht in einen Raum an einer Menschenmenge vorbei – sie waren mir scheinbar nicht wohlgesonnen, das spürte ich gewiss –, umkreiste ihre länglichen pyramidenartigen spitzen Gegenstände, die sie dort aufgestellt hatten, und kippte sie dabei spielerisch um. Damit deutete ich vermutlich an, dass ich sie nicht allzu respektierte. Oder ich trieb nur meinen Spaß mit ihnen. Meine Absicht dahinter schien nicht eindeutig genug und ich erinnere mich nicht, warum ich das genauso vollführte. Die Anwesenden muteten wie ‚Griechen‘ an und sagten, ohne das ein Wort in den Raum fiel, »dass meine Bewegung nicht sehr elegant sei und dass man das mit Sicherheit besser umsetzen könne.« Dabei kannte ich Einzelpersonen dieser Nationalität als mir recht sympathische Menschen, da ich seit meiner frühesten Kindheit ‚guten Draht‘ zu ihnen pflegte. Nicht nur, weil ich seinerzeit eben einen Griechen als mein besten Freund bezeichnete, sondern weil ich später in der Schulzeit ebenso mit ihnen freundschaftlichen Umgang hatte, dennoch:
Für einen Moment überkam mich große Irritation, als mich einer von ihnen ruckartig an meiner hellblauen Gummihaut packte, heftig daran zog und mich somit am Weiterfliegen hinderte. Ich war nicht mehr im Stande mich zu bewegen und so versuchte ich verzweifelt diese Hülle abzustreifen beziehungsweise zu zerreißen, indem ich sie über alle Maßen hinaus überdehnte. Das erhoffte Losreißen gelang mir trotzdem nicht. Ich geriet in Panik und unternahm einige Anläufe des Ziehens und Zerrens, um mich zu lösen – diese Erfahrung war fraglos unangenehm und herzzerreißend. Ich entledigte mich letztlich dem üblen Griff dieser jener Persona und flog erleichtert schnell weiter. Aber das Vertrauen in meine eigene Flugfähigkeit wurde dadurch, traurigerweise, in großem Maße in Mitleidenschaft gezogen. Ich war diesen Geschöpfen unbedacht und leitsinnig zu nahegekommen, wie einst Ikarus der Sonne.
Bei einem nächsten Manöver gelangte ich wie bei einer Flucht an das Ende eines abschüssigen Gartens meiner erinnerten Kindheit, an ein Tor, das sich in eine unüberwindlich brutale und schwarze Bahnschranke verwandelte, welche nicht zu überqueren sei. So hieß es von irgendwoher mit bedrohlicher Stimme. Sodann sprang ich flugs in einen orangenfarbenen breiten und nach oben hin sich halbrund wölbenden Fensterrahmen auf, von dem sich unter meinen Füßen eine tiefe und atemberaubende Talebene eröffnete, und sagte selbstsicher zu meiner Umgebung:
»Ich springe von hier aus« und trat ohne Angst und Zögern einen Schritt nach vorne und fiel sanft und schwebend hinunter. Ich kontrollierte meinen Körper während des Falls und flog dann über eine Schlucht, wenn auch nicht gänzlich souverän, und schwebte heil und froh über diese Landschaft unter mir hinweg, irgendwohin. Ich war absolut glücklich.
Einige Zeit später: Im Dämmerzustand bedankte ich mich bei Spirit für diesen nicht eindeutigen, aber dennoch angenehmen und lehrreichen Flugraum.
Der zweite Teil dieser Raumkonstellation handelte, vermutlich, von einem alten Bekannten, mit dem ich seit langer Zeit keinen Kontakt mehr aufrechterhielt, seiner Frau und ihrer gemeinsamen Tochter. Es agierten ebenfalls andere Leute und Umstände darin, an die ich mich aber im Weiteren nicht zu erinnern gedachte, obwohl es nicht so unangenehm sein würde wie ich annahm – egal! Es gab trotzdem schöne Momente darin! Mein absolvierter Flugraum entlohnte mich für alles!
— Raum 301225 —
Garten mit Aussicht
Ich betrat an einem sonnigen Tag einen blühenden Garten, in dem T. gemütlich auf Etwas saß, umringt von seiner Frau C. und ihren gemeinsamen jungen Zwillingstöchtern. T. lächelte mich in froher Erwartung an und schien sichtlich stolz darauf, dort zu sitzen, weil seine beruhigende Körperhaltung und sein strahlender Gesichtsausdruck gleichsam etwas Vergnügliches hervorbrachten. Wie wenn er innerlich zu mir sprach, ohne es auszusprechen: »Hier schau mal, wo ich sitze, mit meiner Familie, vor unserem Haus, ist das nicht wunderbar!?« Ich näherte mich ihnen und bemerkte, dass C. mit den beiden Mädchen beschäftigt zu sein schien, da sie vermutlich irgendetwas miteinander spielten. Womit sie sich genau befassten, vermochte ich nicht zu erkennen.
Ich betrachtete das große Haus, das sie bewohnten. Es war stellenweise farbig und hatte eine ockerfarbene Fassade, die an manchen Stellen etwas nachgedunkelt war. Es mutete wie eine Mischung aus buntem Holzhaus und schlichter teilweise angegrauter Nachkriegsarchitektur an und schien zudem imposant groß zu sein. Im Hintergrund ihres Hauses erhob sich ein steiler Hügel, an dessen Gipfel ein prachtvoll weißes Schloss thronte. Auffallend helle und schlanke Türme mit schwarzen Kuppeln und unbekannten kleinen Fähnchen ragten majestätisch in den Himmel empor.
Das war ein guter Platz zum wohnen, dachte ich, als ich mir die Burg etwas genauer besah. Sie war einerseits unwirklich und malerisch entrückt wie ebenso zum Greifen nah. Wer hier am Fuße eines solchen Prachtbaus ein Haus sein Eigen nannte, hatte es scheinbar zu etwas gebracht, schoss mir durch den Kopf.
Augenblicke später schwebte ich langsam in das Haus von C. und T. hinein. Die Räume gestalteten sich verschachtelt überdimensional wie Würfel, die mehrfach übereinandergelegt worden waren und seltsam kubisch aufgereiht auf verschiedenen Ebenen lagen. Das Innere erinnerte mich an ein M.-C.-Escher-Haus mit gewundenen und perspektivisch paradoxen Treppengängen, dennoch ohne die Komplexität dessen, was wir von diesem Mann schon kannten.
Ich schaute mich im Haus um und bemerkte, dass die Räume sich teilweise in den Hang hinauf stapelten, was man von außen so nicht erkannte. Ich sah durch ein großes Fenster, das sich wie eine Doppeltür nach außen ins Freie öffnete, in eine Meeresbucht, die von einigen mittelgroßen und hellbraun glatten Felsen formschön eingesäumt wurde. Die Kulisse wirkte wie eine Strandlandschaft, in der schlagartig hohe und raue Wellen mit weißen Schaumkronen sich gewaltig auftürmten und vom Meer aus Richtung Strand peitschten, während auf ihren Spitzen Menschen lustvoll und tänzerisch wild umhergewirbelt wurden.
Ich schwebte langsam aus dem Haus in Richtung der sandigen Küste und erlebte wie sich dieser Moment in einen herrlich klaren und von der Sonne verwöhnten Tag verwandelte. Der Strand war mit vielen Gestalten, groß wie klein, dicht bevölkert und eine laute aber feierlich anmutende Stimme ertönte irgendwoher aus einem Megaphon und kündigte erfreuterweise irgendwelche anstehenden Veranstaltungen für den Tag an.
Es war ein zauberhaft belebter Badetag mit zahlreichen Menschen, jung und alt, an einem unerwartet schönen Strand, ein Anblick, wie man es sich nicht besser auszudenken vermochte.
— Raum xx1125 —
Alles nur Theater
Ich stand in einem Theater, das wie ein Kino anmutete. Mein Blick richtete sich von der Bühne aus in den Zuschauerraum, wo Leute auf ihren Plätzen saßen und in Vorfreude alles genau beobachteten, was auf der Bühne vor sich ging oder gleich passieren würde.
Ich verharrte, von meiner Position aus gesehen, auf der rechten Seite dieser weitläufigen Fläche auf einer roten Couch und fühlte mich wie ausgeliefert. Die Spielfläche war hell ausgeleuchtet und ich erlitt mich innerlich erzwungen, etwas zu performen, hatte aber keine Ahnung, was ich ‚bringen‘ würde. Ich war nervös und hatte Lampenfieber.
Auf der gegenüberliegenden Seite der großen Schaubühne lag ein äußerst dünner rot-samtiger feiner Stoffteppich herum, vielmehr war es ein Stück Stoff, das leichte Falten warf. Ich entschied mich, unvermittelt ein ‚Spiel‘ vorzutäuschen: Ich stand auf und lief im weiten Bogen von hinten nach vorne über die Bühne und rutschte dabei über diesen feinen ‚Teppich‘ ungeschickt aus und strauchelte unschön zu Boden. Ich fühlte mich wie nackt und war peinlich berührt. Es hatte nichts gebracht … was wohl die Zuschauer jetzt denken?, schoss mir sorgenvoll durch den Kopf.
M. saß ebenfalls auf der Couch und wir waren oder wurden genötigt, gemeinsam Etwas aufzuführen. Sie schien sich ihrer Sache sicherer zu sein als ich. Mir war weitestgehend mulmig zumute, denn ich wusste nicht, was dieses ‚Stück‘ bedeutete, wer Regie führte und geschweige denn, wie diese ‚Geschichte‘ überhaupt weitergehen würde. Es fehlte ein Drehbuch und ich fühlte mich als beteiligter ‚Schauspieler‘ unwohl damit. Ich hatte große Angst zu versagen.
Ich hätte am liebsten die Vorstellung abgesagt, denn ich erkannte, dass ich diese ‚Leistung‘, was und wie immer sie sein würde, nicht zu erbringen vermochte. Ich lenkte mich mit einem leeren Gedanken ab und erwartete stattdessen den Rest des Ensembles, ebenfalls auf der Bühne zu sehen. Sie hätten eigentlich schon längst das sein sollen, dachte ich enttäuscht.
Auf einmal erschien eine große Gruppe von Menschen auf dem weitläufig breiten Podest. Das müssen meine Leute sein, mutmaßte ich. Sie waren mir einerseits vertraut, aber dennoch sah ihre Gesichter nicht und ihre Persönlichkeiten waren mir weit entrückt, denn sie erkannten meine Persona ebenfalls nicht. Ich glaubte, in der vordersten Reihe A. zu sehen, die eine gewisse Autorität ausstrahlte. Dennoch war sie nicht die tonangebende Person. Die Situation war durchaus frohlockend und feierlich, aber es fehlte ein Plan.
Einer aus der Gruppe – vermutlich mein verstorbener Bekannter O. – kam zur Couch hinüber und beschwerte sich über irgendetwas. Ich durchschaute weder seine Absicht, noch hörte ich heraus, worüber er sich beklagte.
Einer aus der Gruppe – vermutlich mein verstorbener Bekannter O. – kam zur Couch hinüber und beschwerte sich über irgendetwas. Ich erkannte weder noch hörte ich heraus, worüber er sich beklagte.
Ich hatte schlagartig die Idee, dass wir alle gemeinsam auf dieser Bühne improvisierten, damit ich diese Sache nicht allein ausbadete, und so rief ich wie ein Regisseur alle herbei und versuche mir Gehör zu verschaffen, um ihnen meinen Plan vorzustellen. Ich strengte mich sonderlich an, die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, indem ich die Leute herbeiwinkte, um bei einer Spielpause wie der Coach mit den Spielern im Kreis einvernehmlich die Köpfe zusammenzustecken. Das gelang mir nicht, denn keiner der Anwesenden reagierte auf meine Handzeichen. Es schien unmöglich einzelne Leute beziehungsweise die ganze Truppe zusammenzurufen, geschweige denn zusammenzuhalten. Vereinzelt kamen welche in meine Richtung, entfernen sich rasch wieder, als wäre ich unsichtbar oder als hörten und sahen sie mich nicht. Alle liefen wild durcheinander.
Ich sagte zu M.: »Wir liefern nicht!«, und wandte mich damit an das ganze Ensemble, dass sie diese Ansage jedem weitergaben, denn ich glaubte nach wie vor an meine Eingebung einer möglichen und gemeinsamen Improvisation. Ich vernahm, dass meine Idee nicht ernsthaft Gehör fand, denn es reagierte keiner der Beteiligten auf meine Bemühungen. Ich war enttäuscht, fühlte mich unverstanden und vernahm tief in mir eine gewisse Form von Minderwertigkeitsgefühlen, wie jemand, der weder gemocht noch respektiert wurde.
Und schlagartig verlegte sich diese Bühne wie nach draußen ins Freie und wir erkundeten allesamt die Umgebung. Löwinnen erschienen und sogar andere Tiere, wer ahnte das schon, die ich nicht erkannte, außer einer übergroßen Hornisse, die in einer Art tiefem Gefäß feststeckte, das arme ‚Ding‘. Ich versuchte sie zu befreien, mit einem länglichen Gegenstand, den ich nicht genau zu identifizieren vermochte. Es gelang mir hoffentlich, denn ich erinnere mich leider nicht mehr.
Ich schritt mit ‚meiner Truppe‘ zwischen Zuschauerreihen, die wie aus einer früheren TV-Shows anmuteten, eine steile Treppe hinunter. Ich empfand dabei Erlösung und Erleichterung und so etwas wie ein Gefühl von ‚gemeinsam baden gehen‘ oder handeln, je nachdem. Zumindest war das meine Vorstellung davon. Ich sah keine Bühne mehr und erwachte im Raum.
— Raum 1211259301130 —
Landschaft mir Lokomotive
Ich stand an einem erhöhten Punkt, einem Anstieg oder leichter Kuppel, in einem ansonsten flachen Tal, das sich wie eine Steppe endlos weit von mir weg nach hinten ausdehnte. Und die zum Horizont hin von Bergen begrenzt wurde, deren Massiv sich zu zweidritteln mit Schnee bedeckt hatten. Es war ein überwältigendes Panorama, das ich bewunderte und genoss, als es sich vor meinen Augen bezaubernd entfaltete, wie eine anmutsvolle Natur, die ich zweifelsohne das eine oder andere Mal in Filmen oder Reiseberichten gesehen hatte. Diese Landschaft hätte man durchaus einem fernöstlichen oder asiatischen Raum zugeordnet. Insgeheim hatte ich gleichwohl das Gefühl, dass mir dieser Landstrich seltsam vertraut war, als hätte ich mich schon einmal darin aufgehalten. Es würde aber auch ein Gebiet in Nordamerika sein, oder womöglich sonst wo in Südamerika, dachte ich.
Es war ein sonniger Tag und ich vermochte meinen Blick weit in die Ferne zu richten. Ich bemerke voller Freude, wie sich um die Spitzen der schneebedeckten Berge zarte Kumuluswölkchen bildeten. Eine romantische Atmosphäre lag zuerst über dieser Szenerie wie ein leicht verdichteter Nebel, der sich endgültig in glasklare und kalte Luft aufgelöst hatte.
Ich erblickte im flachen Tal einen Zug mit einer alten schwarzen Lokomotive, die dampfend und schnaufend über die Anhöhe immer näher auf mich zurollte. Das Gefährt mutete wie ein Orient-Express-Zug aus vergangenen Tagen an. Ich empfand es als ungewöhnlich, dass ein Zug in dieser freien und weiten Landschaft einen Anstieg zu bewältigen hatte. Fuhren Züge ernsthaft einen Hang oder sogar einen Berg hinauf?, fragte ich mich, merkte aber, dass diese Fragestellung zu nichts führte.
Genau in diesem Moment verließ ich den ‚Raum‘. Ich weiß demnach nicht, ob der Zug mich je erreicht hatte und ob er ohne mich weiterfuhr, oder ob ich ihm nur nachschaute, während er an mir vorbeifuhr. Oder hielt er womöglich für mich an, damit ich einstieg?
— Raum, vergangene Jahre —
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