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GEDANKEN_spacerLOS

Geb’spacerdas Zepter nicht aus der Hand!

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Um von A nach B zu gelangen braucht es nicht so viel: ein entschlossenes »AB!« reicht schon. Wer A sagt, aber B meint und an C denkt, kann nicht erwarten, dass man F versteht. Fotogaleristen fragen ständig, warum es den Abzug nicht größer oder kleiner gibt. Sie wären besser Schuhverkäufer geworden. Smartphones auf Kaputtbarkeit zu testen ist genauso dämlich wie in Filmen teure Waffen auf den Asphalt zu knallen, nur weil die Munition ausgegangen ist. Wer ein teures Smartphone gerne und absichtlich auf den Boden schmeißt, sollte Schauspieler werden. Wenn man um jeden Preis unglücklich sein will, kann man als Belohnung shoppen gehen. Wer zu schnell wächst, wächst über seine Ziele hinaus. Das Leben ist wie Sekundenschlaf. Bevor man sich versieht, nickt man kurz ein, wacht irgendwann abrupt auf und donnert haarscharf am Leben vorbei. Wer nicht mit der Zeit geht, bleibt im Raum. Viele Dimensionen führen ins Leere, wenn das Vakuum voll ist.

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Den Anschein trägt die Leichtigkeit, wenn das Wissen schwer wiegt. Wer sich nichts aus seiner Zeit macht, den macht die Zeit zu Nichts. Wer nicht übt, bleibt ungelenk. »Als ich jung war, habe ich sehr viel gearbeitet, aber nichts erreicht. Als ich älter wurde, habe ich weniger gearbeitet und noch weniger erreicht. Jetzt, da ich alt bin, arbeite ich gar nicht mehr und plötzlich liegt mir die Welt zu Füßen«, sagte ein Philosoph und ging in die Politik. Die Welt ist aus den Fugen geraten, wir brauchen frischen Mörtel! - oder besser abreißen? Wissen ist Macht, Nichtwissen ist Ohnmacht und Besserwissen ist der dementen Mutter ziemlich egal. Als der Vater sich mit der Tochter hinlegte, stand das Mädchen nicht mehr auf. Als die Mutter sich mit dem Sohn hinlegte, stand die Frau des Vaters nicht mehr auf. Als der Sohn den Vater umlegte, verlor dieser den Halt. Als der Sohn sich zu der Schwester legte, war diese plötzlich wach und schrie verzweifelt. Wer hat wen umgelegt? Jemand, der einen anderen Menschen umbringt, kann diesem seine Würde nicht zurückgeben. Guter Sex ist dann nicht mehr gut, wenn es einem das Herz blutig reißt. Ein gebrochenes Herz ist nicht so schlimm wie ein gebrochenes Bein. Oder haben Sie schon einmal ein Herz in Gips gesehen, das Rotz und Wasser heult, und weglaufen will? Inzest ist nichts anderes als der Versuch, Fremde nicht würdig genug für einen werden zu lassen, wenn es darum geht, die Nachkommenschaft in den eigenen vier Wänden zu sichern. Wenn ein Mann Analverkehr von seiner Frau abverlangt, dann hat er sich noch nie einen schweren Dildo aus der Nähe angesehen, geschweige denn ... naja. Treffen sich zwei erfolglose Schriftsteller. Sagt der eine zum anderen: »Ich schreibe jetzt ein Buch«. Antwortet der andere: »Echt jetzt?«.

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Wie lange braucht man, um einen Berg zu bezwingen, den man gar nicht sieht? Man kann unmenschliches vollbringen, wenn man das Menschliche vor Augen hat. Kein Mensch kommt schuldig auf die Welt. Die Unschuld muss man sich schwer erkaufen. Kein Mensch hat Vorurteile von Geburt an, denn er kann nicht etwas beurteilen, das er nicht kennt, außer, dass er etwas ohne Grund ablehnt, was er nicht erkennt. Die Hautfarbe eines Menschen sagt nichts über seinen seelischen Zustand aus. Die Herkunft eines Menschen sagt nichts über seine Hautfarbe aus. Doch was ist mit seinen Essgewohnheiten? Wer klug twittert hat das Prinzip »Das automagische Fragment« absolut verstanden. Wer hingegen irgendetwas belangloses bei Facebook postet, ist verblödet, dem ist nicht mehr zu helfen. Das Gegenteil von Hass ist nicht die Liebe, an der man kurz gescheitert ist, sondern eine Liebe, die man ewig und erfolgreich leugnet, so oder so ähnlich sagte es Kierkegaard. Man trat ihm auf die Füße, als diese nicht vor seiner christlichen Welt lagen. Wer sich von Anfang an zum Affen macht, bekommt am Ende den Löwenanteil. Bestien sind die selig Armen, die in den Wald ziehen, um Krieg gegen Bäume zu führen. Ein Wald ist ein Wald ist ein Wald, und keine Braunkohle!

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Was man mit Malerei ausdrücken will, kann man mit Worten nicht beschreiben. Was man mit Worten beschreiben kann, braucht man nicht zu malen. Das Automagische Fragment kann sehr nützlich sein, wenn man weiß, wie es funktioniert. DAS F-PRINZIP hat nichts mit Fressen - Ficken - Fernsehen zu tun, sondern mit dem F-Prinzip. Warum müssen sich so viele Menschen ins fremde Unglück stürzen, wenn das eigene Glück vor der Haustür in der Mülltonne liegt. Das Glück wartet förmlich auf der Straße, festgepappt wie klebrig zäher Kaugummi. Wer eine Reise lange tut, übt sich schwer. Wer in der Heimat bleibt, hat es leicht, denn er übt nicht mehr. Viele Köche verderben den Brei, weil alle ganz genau wissen, wie dieser werden soll. Könnte man Menschenrechte im Laden kaufen, wären die Regale ständig leer. Wer sagt denn, dass Dummheit etwas Schlechtes ist, wenn der Kluge nicht ahnt, was der Dumme zu verbergen versucht. Texte sind wie Opfer: Wenn man sie lange genug verunstaltet, sagen sie einem nichts mehr.

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Auf die Frage, was ich beruflich mache, antworte ich gedanklich: »Ich bin Künstler, der gerade eine lebenslange Krise hinlegt«. Die Kunst ist so niederschmetternd, dass ich sie selbst aufrappeln muss, tut ja so sonst keiner. »Ich scheitere in der Halbzeit des schlechten Spiels an der Profitgier dieser Welt. Also gehe ich zurück in die Umkleidekabine und schlüpfe selbst ins gegnerische Trikot. Und, bringt das was ein?«, sagte ein Fußballfunktionär und ging ins Gefängnis, und kam schnell zurück. Das ganze Leben lang jagt man dem Geld hinterher. Wenn man denkt, es endlich erlegt zu haben, stellt man fest, dass es viel zu mager ist. Warum muss man jemanden töten, wenn man ihn lieben kann. Wenn ich denke, dass ich etwas Besseres bin als du, dann weiß ich, dass du recht hast. Wer nichts zu verbergen hat, der hat genug vorzuweisen. Ich bin ein Schwermütiger und vermisse die leichte Feigenzeit. Er ist ein Leichtgläubiger und findet die Früchte. Sie ist die Fröhliche, denn sie darf sie alle essen. Wer etwas Schlechtes denkt, weiß ganz genau warum. Wenn man eine Geschäftsbeziehung aufgibt, dann gibt man auch die Freundschaft auf. Mahatma Pech, Mahatma Gandhi.

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Nur was von innen gut lackiert ist, kann auch nach außen schön glänzen. Früher war es Bhagwan, heute ist es Facebook. Neoliberaler Kapitalismus und Facebook sind beste Freunde der modernen Knechtschaft. Was Facebook als Nutzen dem Nutzer vorkaut, hat sie längst hinten als Profit aus ihm herausgequetscht, oder besser: herausgelutscht. Wer an Facebook glaubt, weiß um die Verblendung der Menschheit. Wenn Facebook stirbt, kommt SoulScan. Wenn SoulScan stirbt, glauben wir wieder an Gott. Neoliberal ist längst marginal, kreuz und quer scheißegal. Was fantastisch ist, muss nicht wahr sein - was wahr ist, ist aber fantastisch - muss aber nichts bedeuten. Alles, was lebt, hat eine Seele. Wer das glaubt, wird selig. Als der Erfolg endlich kam, war es längst zu spät. Es ward herrliche Stille und dann ging nichts mehr.

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Gähnende Leere ist die gegenwärtige Politik, die größtmögliche Fülle an Idiotie erzeugt. Wenn der Vater in der Nacht zur Tochter ins Bett steigt, dann ist der Bruder eifersüchtig, weil er von der Mutter keine Aufmerksamkeit bekommt, so dann: Es ist der Bruder des Vaters, und die Mutter, die die Tochter ist, die mit ihrem Bruder ein Kind gezeugt hat, also Inzest in Pracht, und so weiter. Als ich einer Bekannten erzählte, dass sich ein gemeinsamer Freund umgebracht hatte, erwiderte sie spontan: »O Nein, der war doch so intelligent!«. Jeder Tag ist ein neuer Anfang, wenn nicht der Tag zuvor ein altes Ende beerdigt. Worte können kaum ausdrücken, was der Mund jeden Tag verspricht. Mein ganzes Leben lang habe ich schlecht geschlafen, bis ich herausfand, dass es nicht an der Matratze lag, sondern an mir. Kaufen ist einfach, wenn man das richtige will. Verkaufen hingegen schwer, wenn man das Falsche hat. Abschottung gegenüber Fremden ist nichts anderes als die Angst vor der eigenen Courage. Wer nicht für uns ist, muss trotzdem mit. Die Idee der deutschen Gründlichkeit ist ein überdehnter Mythos, der längst gerissen ist. Wer Fremde ins Land lässt, bekommt neue Freunde.

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Nur weil man arm und gesund ist, muss man nicht dumm sein. Wenn man aber an seinem Reichtum erstickt, dann ist man nicht sehr schlau. Wenn das Imperium zurückschlägt, halten wir still. Wenn es uns foltert, halten wir still. Wenn es uns tötet, halten wir still. Wenn es aber unsere Seele will, sollten WIR endlich … was eigentlich? Weil man seiner Familie nicht entfliehen kann, gründet man eine eigene Familie, um dann mit Schrecken festzustellen, dass man ihr nicht entfliehen will. Die Familie ist die Liebe, nach der man sich sehnt, als man nicht geliebt wurde. Wer die Schuld trägt, dem fällt die Waffe aus der Hand. Nicht jeder Verlust ist ein Gewinn. Aus der Wut wird die Freude, die sich übermorgen im Keim erstickt, wenn nicht die Lust dazwischen springt. Die Machtverhältnisse der Eliten werden sich ändern, so oder so, ob du willst oder nicht. Nur wann, wohin und wozu, das erklärt keiner so genau. Bereite dich auf etwas vor, dass du nicht kennst. Dein weißer Bruder ist gar nicht so schlau wie du befürchtet hast. Das ist nur seine Masche. Also: Geb’ das Zepter niemals aus der Hand, denn das könnte dein letztes gewesen sein!



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