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GEDANKEN_spacerLOS

Geb’spacerdas Zepter nicht aus der Hand!

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Wenn ein Film die volle Realität abbildet, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Wenn teure Kunst auch ein gutes Stück Design ist, so muss gutes Design auch ein Stück teurer sein. Nicht der Kopf entscheidet, sondern das Gehirn. Nicht teure Schuhe machen einen Gentleman aus, sondern seine gute Haltung, die zum Tragen kommt. Ein Mann ist solange hilflos, bis seine Frau sich zu Wort meldet. Schlachten gewinnen Männer, Entscheidungen treffen Frauen, Kinder hingegen empfinden Freude. Starke Frauen sind nichts für schwache Nerven. Eine Frau geht selten allein auf die Toilette, und falls doch, hat sie etwas zu verheimlichen. Wenn der Mann versehentlich im Regen steht, so hat die Frau garantiert den Regenschirm nicht mitgenommen. Von der Liebe allein kann man weder leben noch sterben. Von der Mitgift schon.

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Das, was gute Kunst ausmacht, ist nicht der Text oder Subtext, der sie mühsam zu beschreiben versucht, sondern das Unbeschreibliche. Wenn Künstler im Vorfeld ihrer Schöpfung so viel Logik, Absicht und Unverstand aufbringen müssten, wie Kunsttexte im Nachhinein die Werke zu erklären wissen, dann würden 99,99% der Künstler im Vorhinein nicht ahnen, was sie da eigentlich tun. Ich muss mich jeden Tag aushalten, nicht weniger. Das ist auf Dauer mehr als Du ertragen kannst. Wer eine Spieluhr aufzieht, verlässt sich auf sein Gemüt. Wer sich allein auf seine Intelligenz verlässt, ist unvernünftig, denn die Logik lebt vom Gefühl. Wer sich nur auf sein Bauchgefühl verlässt ist schlicht unverantwortlich, denn der Bauch ernährt sich vom gesunden Menschenverstand. Ein gesunder und wacher Menschenverstand ist viel mehr wert als materieller Reichtum. Materielles vergeht irgendwann, der gute Geist bleibt für immer, irgendwie. Sind die Menschen einmal blau, denken sie immer Schwarzweiß. Frauen träumen in Farbe, ich träume in Farbe, Männer träumen Schwarzweiß. Menschen gebären Menschen, Menschen töten Menschen und Menschen beerdigen Menschen. Tiere beerdigen Tiere nicht. »Hayvan Millet, Hayvan Yönetmen«. Eine menschenwürdige und lebenswerte Gesellschaft definiert sich durch die Freiheit an kulturellem Überfluss und nicht durch die Repression verkorkster Parteireligionen. Ich habe keine Visionen, also muss ich auch nicht zum Arzt.

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Früher war der Terrorismus persönlicher, denn man kannte, mehr oder weniger, die Gesichter der Verdächtigen. Heutzutage ist das ein Haufen schwarz gekleideter Halunken mit Kalaschnikows, die unermüdlich »Allah ist groß« in die Gegend brüllen. Wo ist der universelle Gott eigentlich, wenn man ihn braucht? »Als Mensch war ich wertvoll, aber als Führer leider eine Niete«, dachte sich einst jemand und ging in den Bunker. Das Mittelmaß trifft uns alle hart. Manche sind zu arm, um billiges Zeug zu kaufen. Andere sind zu reich, um das teure Zeug zu verschenken. Wenn das Essen in den Krieg zieht, muss sich der Hunger gut bewaffnen. Der Mangel an Zweifel ist weit mehr als die schlechte Hälfte des Ahnungslosen. Aller Anfang ist leicht, wenn man weiß, was man sucht. Jedes Ende schwer, wenn man nichts findet. Hunde, die beißen, bellen nicht, denn dafür ist keine Zeit. Hysterische Hundehalterinnen sind sicher schlimmer als ihre unsicheren Hunde, denn sie bellen jämmerlich. Ein guter alter Freund stirbt, eine neue Billigmarke wird geboren.

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Zitate sind für Menschen, die Denkanstöße schnell konsumieren, ohne lange grübeln zu müssen. Ich weiß genau wo Links ist, da ich Rechts bereits kennengelernt habe. Realisten sind unter den Träumern die ewigen Junggesellen. Wenn der Anfang schwer ist, beginnt man leichter am Ende. Seien Sie sich gewiss, dass wir über den Bundesstaat Maryland genauso wenig wissen wie die US-Bürger über Belgien. Das Gute an Träumen ist, dass sie uns helfen können, den Alltag zu bewältigen. Das Dilemma ist nur, dass wir nicht genau wissen wann, wo und wie. Wenn jeder über Schönheit entscheiden dürfte, dann wäre die Welt ein hässlicher Ort billiger Jahrmarktfassaden ohne Form, Funktion und Güte. »In jungen Jahren hatte ich Angst davor, bekannt zu sein. Ich wusste nicht warum. Jetzt im hohen Alter denke ich oft daran, erfolgreich zu sein. Und ich weiß jetzt warum«, sagte ein Künstler und ging baden. What if – then what? = So what?, also: What if = So what?! Sprache ist ein wildes und lebhaftes Tier. Wenn man es mit dem Lasso gekonnt einfängt, kann man es durchaus zähmen.

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Lieber allein und frei irgendwo, als in dieser Gemeinschaft mit anderen zusammen gefangen, gepfercht. Satire wurde neu definiert, als die Schlagzeile lautete: »Donald Trump wird der 45. Präsident der USA«. Man ermüdet nicht von den Dingen, die man tut, sondern von den Dingen, die man vergeblich sucht. Wenn man behauptet, dass eine Fotografie Malerei sei, dann ist das mehr als albern. Oder kennen Sie etwa einen Fotografen, der mit seinem Fotoapparat pastose Farbe auf die Leinwand knipst. Malerei ist Malerei und Fotografie ist Fotografie. Andere vergleichende Thesen sind schlichtweg Quatsch. Arroganz kommt von innen, oder kennst Du ein arrogantes Kleidungsstück, das eingebildet auftritt? Wenn die Liebe hinfällt, dan liegt sie am Boden. Wenn Liebe vergeht, steht man am Anfang einer langen Reise. Der große Wurf kommt dann, wenn man sich genug kleine Tiefschläge eingefangen hat. Treffen sich zwei erfolglose Künstler. Sagt der eine zum anderen: »Ich hätte gern demnächst vielleicht eine Ausstellung im MOMA, aber ich weiß nicht recht«. Erwidert der andere: »Nee, lass mal«. Nur wer bereit ist, sein letztes Hemd zu geben, dem wird es auch gebügelt.

 

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Wenn das Internet irgendwann kaputtgeht, müssen viele wieder ihre alten Fahrräder aus dem Keller holen. Schadenfreude ist die schönste Art der Freude, wenn man keine Freunde mehr empfindet. Angeleckte Lakritzstangen sollte man beim masturbieren unbedingt aus der Hand legen. Wenn einem nichts mehr einfällt, fällt einem wenigstens DAS noch auf. Wer stets vorangeht, muss auch das Ende in Kauf nehmen. Auch wenn das Zepter ein Geschenk ist, muss Du dafür bezahlen. Wenn ein Banker seine Kunden ausnimmt, muss er dann mit dem schlimmsten rechnen? Wenn eine Krankenversicherung ihre Kunden ausnimmt, bis diese nicht mehr bluten, sind die Hüllen leer aber die Kassen voll. Ein Schlachter schächtet solange bis die Lämmer schweigen. Ein Unglück ist nicht immer etwas Schlimmes. Man muss nur das »Un« am Anfang wegstreichen. Wenn die Zeit abgelaufen ist, fängt alles wieder von vorne an. Nur wer sich selbst liebt, kann andere belehren.

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Geld verdirbt den Charakter, sagt man. »Ach, wie sehr hätte ich gerne einen noch mieseren Charakter«, dachte sich jemand eifrig, und wurde daraufhin lauthals zum Präsidenten gewählt. Nur wer sich selbst gefunden hat, kann nach dem Anderen suchen, den keiner erkennt. Wenn die kreative Gefahr auf Gelegenheit lauert, sollte man stets einen gespitzten Bleistift zur Hand haben. Sonst eben eine Molotow-Flasche, oder irgendwas. Ein kleiner Junge, der nicht weiß, wer er ist, weiß auch später nicht, was er anderes werden möchte. Ein Gartenzwerg voller Tatendrang ist wie die Suche nach der verlorenen Zeit, bewegende Ereignisse ungeschehen zu lassen. Wenn man genau weiß, was man will, tun sich plötzlich Alternativen auf. Man kommt nicht zur Ruhe, wenn man den ganzen Tag verschläft. Ein müder Geist ist wie ein leerer Autotank. Pech nur, wenn man einen Platten hat und kein Geld für Benzin. Ein Signal ist ein Hinweis, den man erst verstehen muss, bevor der Zug einen überfährt.

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Die gute Komödie muss man können. Das gute Drama muss man wollen. Den guten Thriller kann man getrost vergessen, der ist schwer. Nichts ist schlimmer als eine Komödie, die uns vorführt, worüber wir hätten lachen können. Wenn das Drama seinen Lauf nimmt, kann man nicht mit der Bimmelbahn hinterherfahren. Nur wer seine eigenen Gedanken versteht, weiß, was der andere nicht kapiert. Blinder Gehorsam ist nichts für Menschen mit klarem Verstand, die gerne viel trinken. »Nein, ich will das nicht! Künstliche Befruchtung ist wie die ermüdete Frucht ihrer Lenden, wenn einen nichts mehr bewegt«, erwidert die Frau ihrem Freier, als sie ihn schroff wegschickt, nachdem dieser verzweifelt versuchte hatte, seine Ehefrau in das gemeinsame Familienglück zurückzuholen. Künstliche Intelligenz ist, einfach gesagt, die Angst, sich nicht auf den eigenen gesunden Menschenverstand verlassen zu müssen. Ein bestimmtes Lied geht ins Ohr, bleibt im Kopf, hebt das Gemüt und spielt mit den Gefühlen solange Leier, bis man Links und Rechts nichts mehr hört. Ein Flüchtling ist eine Person, die flieht, weil sie nicht bleiben kann. Sonst wäre sie ein Bleibtling. Dummheit wird von Ignoranz übertroffen, Ignoranz von Überheblichkeit, und diese nur noch von der Feigheit des Faschismus. Politische Verhältnisse sind wie Aggregatzustände, die sich ändern lassen. Starre Parteien hingegen bleiben immer gleich gasförmig, mit üblem Geruch.

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Wenn jemand so viel arbeitet bis der Arzt kommt, dann ist das kein Burnout. Denn Burnout ist, wenn der Arzt kommt und nicht arbeiten kann. »Ein Buch schreibt man nicht, denn ein Buch ist eine in Papier gebundene Form, die Geschichten oder Texte enthält, die man zuvor aufgeschrieben hat«, sagt der Klugscheißer zu seinem Verleger, der daraufhin das Manuskript des Besserwissers irgendwohin verlegt. Man kann immer denselben guten Tee trinken, aber man kann nicht die ewig gleiche Leier hören. Wenn Menschen bereits spirituelle Wesen sind, die auf der Erde verweilen, um menschliche Erfahrungen zu sammeln - was sind dann Trump und Erdogan oder andere? Liebe geht schlecht gut durch den Magen, wenn man Magengeschwüre hat. Wenn man in die Badeanstalt geht, braucht man keinen neuen Haarschnitt. Wenn man aber eine neue Frisur hat, kann man gut baden gehen. Sonderlinge sind Menschen, die sonderliche Dinge tun. Eineiige Zwillinge sind Menschen, die sonderliche Dinge gemeinsam tun, oder sie hassen sich. Ein Hund versteht nicht wirklich, was wir ihm sagen, wenn wir »Gassi« meinen. Er weiß aber trotzdem sehr genau, worauf wir hinauswollen und freut sich. Ich mische mich nicht in die Politik anderer ein, in meine eigenen üblen Gedanken erst recht nicht - denn der Ton macht die Musik. Alles bekommt Sinn, wenn Dummheit leer ausgeht.

 

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